Unser Redebeitrag zum CDU/SPD-Antrag auf Bildung eines Wahlvorbereitungsausschusses

Andreas Bernhardt, OBG-Fraktion, 29.06.2017

Herr Stadtverordnetenvorsteher,
meine Damen und Herren,

die Koalition legt uns heute den Antrag vor, ob ein Wahlvorbereitungssausschuss zur Wahl eines Ersten Stadtrates gebildet werden soll. Der Amtsinhaber, Christof Fink, ist bis zum 31.03.2018 gewählt.

Die Koalition hat kurz nach der Kommunalwahl im März 2016 bereits öffentlich geäußert, dass der Stadtkämmerer, Thorsten Schorr, Erster Stadtrat werden soll und der SPD das Vorschlagsrecht für die dritte Dezernentenstelle zugesprochen wurde. Die Zeitungen haben hiervon berichtet.

Grundsätzlich werden wir also vor zwei Fragekomplexe heute gestellt:
1.Wen hält die OBG-Fraktion für den geeignetere Person als Ersten Stadtrat? Den Amtsinhaber Christof Fink oder den jetzigen Stadtkämmerer Thorsten Schorr.

2. Die grundsätzliche Frage, mit der wir uns regelmäßig bei der Wahl von hauptamtlichen Stadträten beschäftigen: Wie viele hauptamtliche Stadträte braucht unsere Stadt.

Vor einer Neuwahl stellt sich natürlich erst mal die Frage, ob man mit dem bisherigen Amtsinhaber zufrieden ist und möchte, dass er sechs weitere Jahre die Geschicke der Stadt maßgeblich beeinflussen soll. Kann diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet werden, braucht es keinen Wahlvorbereitungsausschuss, sondern dann reicht eine Wiederwahl, die frühestens sechs Monate vor Ende der Amtszeit vorgenommen werden kann.

Die OBG hat am 15.12.2011 Christof Fink gewählt. Er war damals der erste Grüne hauptamtliche Stadtrat unserer Stadt. Wir finden, er hat seine Sache gut gemacht. Besonders die Themenfelder Umwelt und die Fahrrad-Verkehrsteilnehmer haben einen standhaften Lobbyisten gefunden. Schaut man auf die fünf Jahre seiner Amtszeit zurück, hat er hier doch durch seine Beharrlichkeit einiges schneller bewegt, als es viele Andere getan hätten. Für den Sozialbereich, besonders in der Kinderbetreuung hat er für wachsende Quantität und Qualität gesorgt. Für die an Jahren kleinsten Bürger unserer Stadt hat er sich sehr ins Zeug gelegt. An besseren Finanzierungskonzepten sollte Herr Fink bei einer weiteren Amtszeit noch etwas arbeiten. Sie wissen ja, wir schauen aufs Geld.

Wir geben zu, dass der Bürgermeister ihn zum Verkehrsdezernenten gemacht hat, konnte nicht immer von uns durch uneingeschränkte Begeisterung geteilt werden. Tempo 80 tagsüber auf der Kanonenstraße Richtung Sandplacken zum Schutz der Wanderer vor Lärmbelästigung hielten wir doch für etwas übertriebene Grüne-Grundsatzpolitik. Sicherlich nur möglich, da in Wiesbaden auch die Grünen mitregieren. Aber dies sind Kleinigkeiten.

Positiv aufgefallen ist uns, dass Christof Fink nicht zu Selbstinszenierungen neigt. Blättert man die Tagespresse und die wöchentlichen Werbeblättchen durch, stellt man fest, er ist im Gegensatz zu anderen Hauptamtlichen unserer Stadt nicht auf jedem Bild abgelichtet, wo man dazu springen konnte. Wir gehen davon aus, Christof Fink hat diese Zeiten immer genutzt um in seinem Büro seiner Arbeit nachzukommen.

Da wir ja heute bereits wissen, dass die Koalition den  zweifachen CDU-Bürgemeisterkandidaten und CDU-Vorsitzenden Thorsten Schorr ins Rennen schicken wird und jeder andere Bewerber, egal welche Qualifikation er mitbringt, bei den Stadtverordneten der Koalition, chancenlos sein dürfte, entscheiden wir heute über den künftigen Ersten Stadtrat.

Nun komme ich zur 2. Frage. Wie viele hauptamtliche Stadträte braucht diese Stadt. Wir haben diese Frage bereits öfter in der Vergangenheit in der OBG diskutiert. Unstrittig ist, wir brauchen mindestens zwei. Auf Grund der Vielzahl an Aufgaben und Veränderungen in unserer Stadt sind drei aber sinnvoll.

Drei hauptamtliche Stadträte hat unsere Stadt nun seit vielen Jahren gehabt. Vollkommen klar und üblich, diese Wahlbeamten werden parteipolitisch besetzt.

Wie ist die Situation heute und in Zukunft? Offensichtlich anders. Die Koalition scheint nun Schlüsselpositionen der Verwaltung und möglicherweise städtischer Gesellschaften mit qualifizierten Personen aus den eigenen Parteien besetzen zu wollen. Der neue Erste Betriebsleiter unseres BSO, Bau- und Service Oberursel, saß vor kurzer Zeit noch hier in unseren Reihen. Wir zweifeln nicht die Eignung der Person an, aber stellen fest, dass die bisher gängige Praxis, dass der Erste Betriebsleiter aus dem technischen Bereich kommt, aufgegeben wurde. Dieser Eigenbetrieb verfügt über rund 120 Stellen und jährlich fließen erhebliche Mittel zur Erstattung der übertragenen Aufgaben an ihn. Daher kommt dem Ersten Betriebsleiter durchaus eine Schlüsselposition in unserer Stadt zu.

Weiter hatte die SEWO (Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Oberursel),  die zu 94% den Stadtwerken und zu 6% der Stadt gehört zum 1.7. einen hauptamtlichen Geschäftsführer ausgeschrieben. Die in der Stellenausschreibung benannten Voraussetzungen der Bewerber sind durchaus ambitioniert. Die benannten Tätigkeitsschwerpunkte sind umfang- und zahlreich.

Da wir heute den 29.6. schreiben, rechnen wir fest damit, dass kurzfristig mitgeteilt wird, wie sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke personell entschieden hat. Interessant wäre es auch, dass alle Stadtverordneten und die Öffentlichkeit darüber informiert werden, welche Aufgaben konkret der Gesellschaft übertragen werden, wo die neue Geschäftsführung ihren Dienstsitz haben wird und ob die Stadt weitere Aufgaben der Verwaltung auf sie übertragen möchte. Natürlich auch, wer und wie die Kosten übernommen werden.

Ich komme dann mal auf die Ausgangsfrage zurück, wie viele hauptamtliche Stadträte Oberursel benötigt, ist aus Sicht der OBG nun für die Zukunft neu zu bewerten. Machen wir uns doch nichts vor, es ist doch etwas anderes, wenn Schlüsselpositionen an Personen mit Parteibuch fallen.

Die OBG-Fraktion stellt für sich fest, wenn wir unter den Strich schauen, ist Christof Fink ein geeigneter Erster Stadtrat und aus unserer Sicht bedarf es keinem Wahlvorbereitungsausschuss. Ein Antrag auf Wiederwahl sollte in der genannten Sechsmonatsfrist vor Ablauf der Amtszeit gestellt werden, dem wir dann gerne zustimmen.

Thorsten Schorr wäre ja ohnehin weiter hauptamtlicher Stadtrat und eine gesunde Mischung unter den Hauptamtlichen sollte unterm Strich auch die beste Lösung für unsere Stadt sein. Ob Oberursel weiterhin drei hauptamtliche Dezernenten benötigt, hängt aus Sicht der OBG davon ab, ob weitere Schattendezernenten parteipolitisch installiert werden. Wir wollen ja nicht vergessen, dem Bürgermeister steht für die Aufgabenverteilung auch noch die stattliche Anzahl von 15 ehrenamtlichen Stadträten zur Verfügung.

Die OBG lehnt den Antrag auf Ausschreibung ab und empfiehlt den Prozess der Wiederwahl von Christof Fink sechs Monate vor Ablauf seiner Amtszeit  einzuleiten.

Wir freuen uns, wenn Sie sich im Sinne der Vernunft unserer Meinung anschließen können. Danke fürs Zuhören.

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OBG gegen Erweiterung von Frankfurt über die A5 hinaus

Oberursel (21.06.2017). – Die Oberurseler Bürgergemeinschaft ist gegen eine Erweiterung der Großstadt Frankfurt bis zu den Ortsgrenzen von Oberursel und Steinbach. Dabei spielen, so OBG-Fraktionsvorsitzender und Landwirt Georg Braun, nicht nur die wertvollen Ackerbauflächen und Grünzüge eine Rolle, die dem Vorhaben geopfert werden sollen. Vielmehr gehe es darum, die Eigenständigkeit der Vortaunusgemeinden vor dem Zugriff von Frankfurt zu schützen und ihnen damit eine selbstbestimmte Entwicklung zu sichern. Die OBG fordert die Orts- und Kreisverbände der an der Frankfurter Rathauskoalition beteiligten Parteien im Hochtaunuskreis auf, sich dafür einzusetzen, dass die Frankfurter Erweiterungspläne jenseits der Autobahn A5 aufgegeben werden. Dies gelte auch für eine mögliche Erweiterung des Stadtteils Riedberg in Richtung Bommersheim.

Georg Braun erklärte im Anschluss an eine Fraktionssitzung der OBG, es reiche nicht aus, wenn CDU, SPD und Grüne in Oberursel, Steinbach und auf Kreisebene verbalen Widerstand gegen die Frankfurter Pläne bekundeten und hinter vorgehaltener Hand bekennten, dass man ja gegen die starken Nachbarn letztlich doch nichts ausrichten könne, denn sie hätten ja das Planungsrecht auf ihrer Seite. „Letztlich würde ein Heranrücken von Frankfurt an Steinbach und Weißkirchen dazu führen, Oberursel und Steinbach faktisch und vielleicht auch offiziell nach Frankfurt einzugemeinden. Die Frankfurter Siedlungsentwicklung sei voll von solchen Eingemeindungen, die letztlich zur Aufgabe der Identität Dutzender früherer Umlandgemeinden geführt habe. Die letzten Beispiele von 1972 seien Harheim, Kalbach, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach und 1977 Bergen-Enkheim. Die Frankfurter Stadtplaner seien sich hoffentlich bewusst, dass sie mit ihren Siedlungsvorhaben auch lebensnotwendige Frischluftschneisen verbauen.

Die Oberurseler Bürgergemeinschaft erinnert daran, dass Anfang der Siebzigerjahre Steinbach und Weißkirchen kurz vor der Eingemeindung nach Frankfurt gestanden hätten. In den Entwürfen des hessischen Innenministers zur kommunalen Gebietsreform seien sie bereits als Frankfurter Territorium markiert gewesen. Nur der beherzte Widerstand von Steinbach und die schnelle Rettung der Weißkirchener in die Arme von Oberursel hätten die beiden selbstständigen Gemeinden davor bewahrt, Teile der expandierenden Großstadt zu werden und alle Wiesen und Felder für eine weitere Nordweststadt opfern zu müssen. Großstädte neigten dazu, soziale Probleme in die Stadtrandgebiete zu verschieben.

Die OBG weist darauf hin, dass die sogenannte Südumfahrung von Oberursel und Steinbach auch dann gebaut werden müsse, wenn der Bereich westlich der A5 nicht bebaut werde. Allerdings sei dann mit weniger Verkehr zu rechnen als nach Ausschöpfung der vollen Geländekapazitäten.

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OBG verteilt Ostereier

2017-04-15 OBG-Ostereierverteilung (4)

An Ostersamstagen verteilt die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) in der Vorstadt schon seit Jahren Ostereier. So war es auch am 15. April 2017. Die Eier stammen aus Bodenhaltung vom Hofgut Hohenwald in Oberhöchstadt. Die Vertreterinnen und Vertreter der OBG nutzten die Gelegenheit, mit Interessierten über deren Anliegen zu sprechen. Das Foto zeigt den OBG-Fraktionsvorsitzenden im Stadtparlament, Georg Braun, und den Stadtverordneten Ingo Wolf (2. von links) im Gespräch mit einer Bürgerin. Insgesamt 1080 Eier wurden binnen zwei Stunden verteilt. An der Aktion beteiligten sich diesmal außerdem die OBG-Mitglieder Andreas Bernhardt, Cäcilia Bind, Frank Kothe, Dr. Christoph Müllerleile, Wolfgang Pristaff, Helmut Reichel, Roland Ruppel, Wolfgang Westenburger. Foto: Helmut Reichel

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OBG fordert Verbrennungsplatz nach hinduistischem Ritus

Oberursel, 1. April 2017. Einen Verbrennungsplatz für verstorbene Hindus hat die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) angeregt. Nachdem sich die Stadtverordnetenversammlung bereits im Jahre 2013 für Grabfelder nach muslimischem Ritus ausgesprochen habe, sei es an der Zeit, dass die weltoffene Stadt Oberursel auch weiteren Religionsgruppen ein weltoffenes Ende bereiten könne, so Dr. Christoph Müllerleile, interreligiöser Sprecher der OBG-Fraktion im Stadtparlament.

„Ein für uns denkbarer Platz wären die Portwiesen direkt am Urselbach,“ ergänzt OBG-Fraktionsvorsitzender Georg Braun. Holz aus dem Oberurseler Stadtwald könnte die Stadt kostenfrei zur Verfügung stellen. Die Nähe zur Feuerwehr Oberursel-Mitte würde auch den Brandsicherheitsdienst mühelos ermöglichen.

Fraktionsgeschäftsführer Andreas Bernhardt kündigte an, dass die OBG-Fraktion auf der ersten Sitzung des Stadtparlaments nach der Osterpause einen Dringlichkeitsantrag auf Einrichtung eines öffentlichen Verbrennungsplatzes stellen werde. Er habe sich im letzten Jahr extra die Zeit genommen, die Abläufe einer hinduistischen Bestattung in Kathmandu anzusehen. Der bauliche Aufwand sei gering, die damit verbunden Kosten seien es auch. Die wenigen sterblichen Überreste nach der Verbrennung würden in den Urselbach gestreut.

In den Reihen der OBG sei man zuversichtlich, dass sich im Stadtparlament eine Mehrheit für den Vorschlag finden lasse. Die neue Begräbnisstätte könnte zu einem wichtigen Faktor bei der Ansiedlung weiterer Betriebe und Einwohner aus dem ostasiatischen Raum werden, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten  OBG-Pressemitteilung.

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Kein Bürgerslalom durch die Nassauer Straße – OBG möchte bei der alten Trassenführung bleiben

Oberursel (20. Januar 2017).- Die Nassauer Straße soll auf ihrer bisherigen Trasse bleiben, an die Weingärtenumgehung angeschlossen und kreuzungsfrei über die Straßenbrücke nach Bad Homburg weitergeführt werden. Dafür will sich die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) stark machen. „Es ist anerkennenswert, dass die Stadt auf alle Interessen Rücksicht nehmen und Klagen vermeiden will,“ meint OBG-Fraktionsvorsitzender Georg Braun. Die vorgeschlagenen Slalomstrecken mit und ohne Tieferlegungen, hohen Lärmschutzwänden, Einbahnstraßen, abrupt endenden Fahrradspuren und komplizierten Abbiegeverhältnissen könne aber keiner wirklich wollen. Der Durchgangsverkehr müsse aus Oberursel herausgehalten und nicht kreuz und quer über das Bahnhofsviertel verteilt werden, wo er die bisherigen und die neuen Anwohner gleich von zwei Seiten beschallen würde.

Braun wies darauf hin, dass für die bisher vorgestellten Lösungen alles Grün- und teures Bauland für Querstraßen geopfert werden müsste. Die Stadt verliere Einnahmen, die sie dringend benötige, und vermindere die Attraktivität für private Baulösungen auf dem bisherigen Raab-Karcher-Gelände.

Stattdessen, so schlägt die OBG vor, sollte die bisherige Trasse weitgehend beibehalten und der Verkehrslärm durch bewährte Maßnahmen wie lärmgeminderten Asphalt, Geschwindigkeitsbeschränkung und landschaftsverträglichen Lärmschutz gedämpft werden. Auf dem Parkplatz am Bahnhof könne das geplante Parkhaus entstehen und durch eine Stichstraße angebunden werden. Die bisherigen Bushalteplätze müssten nicht verändert werden.

Der Ausbau des Verkehrsknotens Weingärtenumfahrung/Nassauer Straße sei ein wichtiger Schritt, Verkehr aus Richtung Kronberg und aus Oberursel über die Gablonzer Straße und Frankfurter Landstraße Richtung Autobahnzufahrt Kalbach abzuleiten. Das werde Oberhöchstadter Straße, Feldbergstraße, Allee und andere Innenstadtstraßen entlasten. Die Nassauer Straße bleibe dank der beschränkten Geschwindigkeiten eine Durchfahrt zweiter Wahl. Bei Raab-Karcher entfalle der störende Hol- und Bringverkehr mit Last- und Lieferwagen. Der durch Neubauten bedingte Anliegerverkehr werden sich auch durch den fußläufigen öffentlichen Nahverkehr in Grenzen halten.

Eine Absage erteilt die OBG den vor allem im Internet verbreiteten so genannten Bürgerplänen, die den Verkehr halb unter der Erde an den Häusern ihrer Initiatoren vorbeilenken wollen. „Die Zeit der unterirdischen Lösungen in seit der Jahrtausendwende vorbei,“ betont Braun, nämlich seit dem Zeitpunkt, als die Stadt Oberursel plötzlich alle Trog- und Tunnellösungen fast alleine finanzieren sollte. „Die ganzen Diskussionen darüber an runden und eckigen Tischen haben nichts gebracht,“ meint Braun.

Die Stadtverordnetenfraktion der Oberurseler Bürgergemeinschaft hatte sich Anfang der Woche auf einer Sondersitzung ausgiebig mit den vorliegenden Verkehrsplänen im Bahnhofsbereich befasst und kontrovers diskutiert. „Wir wollen aber Ergebnisse sehen und keine Luftschlösser bauen,“ meint Braun.

 

Hier können Sie die Planung der Stadt Oberursel einsehen: Homepage Stadt Oberursel
Planskizze: Plan im PDF-Format auf der Homepage der Stadt Oberursel
Der sogenannte Bürgerplan von Anwohnern ist über Facebook „Stadtgespräch“ erreichbar, eine separate Homepage ist uns nicht bekannt.

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„Rechtspfleger“ wollte OBG-Jubiläumsfeier vorzeitig beenden

OBG feierte ihr 50-jähriges Bestehen im Rathaus

Oberursel, 30. Oktober 2016.- Locker und unterhaltsam ging es zu bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) am Sonntag im Rathaus. Gleich nach der Begrüßung durch Frank Kothe stürzte der Rechtspfleger des Bad Homburger Registergerichts in Gestalt von Roland Ruppel in den Georg-Hieronymi-Saal und stellte fest, eine rechtsgültige Gründung der Wählervereinigung habe garnicht stattgefunden. Hauptzweck der am 31. Oktober 1966 von elf Anwohnern der Dornbachstraße ins Leben gerufenen Bürgergemeinschaft e.V. sei laut Satzung die „Pflege bürgerlichen Brauchtums“ gewesen. „Und wo“, fragte er, „hat die OBG jemals das Brauchtum gepflegt?“ Als Ruppel vorschlug, die OBG neu zu gründen und alle Anwesenden – darunter Vertreter fast aller Parteien –  zu Gründungsmitgliedern zu machen, gelang es Kothe, den Spuk zu beenden. Er machte geltend, dass die 48 Jahre der OBG im Oberurseler Stadtparlament reine Brauchtumspflege gewesen seien.

"Rechtspfleger" Roland Ruppel versucht vergeblich, dem Vorsitzenden Frank Kothe (links) die Versammlungsleitung zu entreißen. Foto: Reinhart Stoll

„Rechtspfleger“ Roland Ruppel versuchte vergeblich, dem Vorsitzenden Frank Kothe (links) die Versammlungsleitung zu entreißen. Foto: Reinhart Stoll

Bürgermeister Hans-Georg Brum, der mit den hauptamtlichen Stadträten Christof Fink und Thorsten Schorr teilnahm, lobte in seinem Grußwort, dass die OBG sich auf wichtige kommunalpolitische Themen konzentriere und diese hartnäckig verfolge. So habe sie sich für die Weingärtenumgehung und gegen den Widerstand von Parteien und Bürgerinitiativen – auch seinen eigenen – unbeirrbar für die Nordumfahrung eingesetzt und damit letztlich recht behalten.
Frank Kothe erinnerte in einem Rückblick auf die OBG-Geschichte an umstrittene und zum Teil verwirklichte Vorhaben, gegen die die OBG Widerstand geleistet habe, wie den Bau von Hochhäusern im Norden und in der Innenstadt, den geplanten Ausbau der Berliner Straße und Hohemarkstraße zur Stadtautobahn nach dem Vorbild der Eschersheimer Landstraße in Frankfurt, die geplante Ansiedlung der Alten Leipziger und von drei- bis viertausend Bürgern in der Atzelhöhl ohne ausreichende verkehrliche Erschließung und den Bau weiterer zum Teil mehrspuriger Hauptverkehrsstraßen, die Oberursel durchziehen sollten. An allen kritischen Punkten hätten sich Bürgerinitiativen gebildet und dann in der OBG ihre politische Heimat gefunden.

Zu den Pionieren der OBG zählte Kothe den Gründungsvorsitzenden Wilhelm Löhr, den ersten Fraktionsvorsitzenden Dr. Werner Bode, den ehemaligen Vorsitzenden Albert Wolf, den Motor der Gründungsjahre und Stadtrat Hans Rey, den Sprecher der Initiative Oberhöchstadter Straße Otto Wackermann und der Initiative Hohemarkstraße Dr. Konrad Michael, den Vordenker der OBG Dr. Waldemar Kramer, den langjährigen Stadtrat Helmut Reutter, die Vorsitzende und Stadträtin Ilse Flötenmeier und den langjährigen Fraktionsvorsitzenden Karl Böhle.

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal. Geehrt wurden langjährige Mitglieder der OBG. Anwesend waren von links Wolfgang Neef, Albert Ruth, Lothar Sprenger, Gisela Grützmacher, Roser Casasus, Anna-Luise Akopians Hayrabti, Wolfgang Pristaff, Dr. Henriette Kramer, Gerhard Koch.

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal. Geehrt wurden langjährige Mitglieder der OBG. Anwesend waren von links Wolfgang Neef, Albert Ruth, Lothar Sprenger, Gisela Grützmacher, Roser Casasus, Anna-Luise Akopians Hayrabti, Wolfgang Pristaff, Dr. Henriette Kramer, Gerhard Koch. Foto: Christoph Müllerleile

Dr. Kramers Tochter, die Verlegerin Dr. Henriette Kramer, schilderte in Reimform die Gründerzeit der OBG im Wohnzimmer des Vaters, die sie als Kind miterlebt hatte.

Ein weiterer OBG-Pionier, Wolfgang Pristaff, konnte bei der Feier persönlich geehrt werden. In seiner Laudatio würdigte der Stadtverordnete Dr. Christoph Müllerleile dessen 40-jähriges ununterbrochenes Engagement in der Oberurseler Kommunalpolitik.

Kothe ehrte, zum Teil in Abwesenheit, zusammen mit seinem Stellvertreter Jürgen Kremser langjährige Mitglieder: Anna-Luise Akopians Hayrabti für 35 Jahre Mitgliedschaft, Gerhard Koch für 36, Erika Pristaff 37, Helmut Cunz 39, Dr. Henriette Kramer 39, Dr. Irene Schwartzkopff 39, Hans Schneider 40, Wolfgang Neef 41, Roser Casasus 43, Karl Böhle 45, Gisela Grützmacher 46, Albert Ruth, Professor Dr. Wolfgang Klausewitz und Lothar Sprenger für jeweils 48 Jahre in der OBG.

OBG-Fraktionsgeschäftsführer Andreas Bernhardt lud zu einem schriftlichen Quiz über die OBG-Geschichte ein, bei dem Stadtverordnetenvorsteher Gerd Krämer (CDU) den Gutschein für eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft in der OBG und sein Vorgänger Dr. Christoph Müllerleile (OBG) ein Plakat aus dem Wahlkampf 2006 mit seinem eigenen Porträt gewann. Beide hatten am besten geraten. Der dritte Preis, eine OBG-Mütze, ging an Anna-Luise Akopians Hayrabti.

Sichtlich erfreut nimmt Stadtverordnetenvorsteher Gerd Krämer (CDU) aus den Händen von Andreas Bernhardt den Gutschein für eine kostenlose Jahresmitgliedschaft in der OBG entgegen. Er ließ allerdings offen, ob er ihn einlösen wird. Foto: Helmut Reichel

Sichtlich erfreut nahm Stadtverordnetenvorsteher Gerd Krämer (CDU) aus den Händen von Andreas Bernhardt den Gutschein für eine kostenlose Jahresmitgliedschaft in der OBG entgegen. Er ließ allerdings offen, ob er ihn einlösen wird. Foto: Helmut Reichel

Das Streicherensemble der Musikschule Oberursel unter Leitung von Irina Wand erfreute mit klassischer und zeitgenössischer Musik.

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal. Streicherensemble der Musikschule Oberursel unter Leitung von Irina Wand.

Es spielte das Streicherensemble der Musikschule Oberursel unter Leitung von Irina Wand. Foto: Helmut Reichel

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal.

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal. Foto: Helmut Reichel

Jubiläumsfeier 50 Jahre Oberurseler Bürgergemeinschaft am 30. Oktober 2016 im Rathaus Oberursel, Georg-Hieronymi-Saal.

Dr. Henriette Kramer erinnerte in Reimform an die OBG-Anfänge. Foto: Helmut Reichel

Ehrung Pristaff

Dr. Christoph Müllerleile (links) würdigte die Verdienste von Wolfgang Pristaff. Foto: Helmut Reichel

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Bundesverdienstkreuz für Dr. Christoph Müllerleile

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Dr. Christoph Müllerleile

Oberursel, 11.10.2016. (AB)  Die Verdienste von Christoph Müllerleile sind zahlreich. Von Jugend an hat sich Dr. Christoph Müllerleile ehrenamtlich sozial, religiös und politisch tatkräftig und nachhaltig engagiert.

Daher wurde ihm heute im Rahmen einer Feierstunde im „Historischen Rathaus“ das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Stellvertretend für den Bundespräsidenten wurde die Übergabe durch Landrat Ulrich Krebs vorgenommen. Eine passender Übergabeort für den geschichtsbegeisterten Müllerleile.

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Landrat Ulrich Krebs bei der Auszeichnung

Landrat Krebs führte in seiner Ansprache durch die sehr vielen und unterschiedlichen Aktivitäten von Christoph Müllerleile. Es wird wohl niemand, außer ihm selbst, gelingen können, nichts zu vergessen. Bürgermeister Hans-Georg Brum konnte in seinem Grußwort mit zahlreichen und durchaus humorvollen Anekdoten aufwarten. Heribert Scharrenbroich, Vorsitzender des Kuratoriums von CARE Deutschland-Luxemburg, gab interessante Einblicke in das Wirken des Fundrasers Müllerleile. Scharrenbroich war es auch, der die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten beantragt hatte. Margarete Portefaix, Ehrenbürgerin von Oberursel und Gestalterin der Städtepartnerschaft mit Epinay-sur-Seine, warf den Blick auf die vielen Aktivitäten mit der Müllerleile die Städtepartnerschaft tatkräftig unterstützte. Ihm hatte sie es seinerzeit zu verdanken, dass viele Oberurseler sie in Epinay persönlich aufsuchten, da Müllerleile ihre Anschrift in einem Reiseführer für Oberurseler Partnerschaftstouristen veröffentlichte.

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Ulrich Krebs, Elisabeth und Christoph Müllerleile

Die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) gratuliert Dr. Christoph Müllerleile ganz herzlich und ist froh, ihn in den eigenen Reihen zu wissen.

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