OBG: Anbindung der Weingärtenumfahrung darf nicht zum „Leidprojekt“ werden

Oberursel, 13.8.2019. Die Bebauung des sogenannten Gleisdreiecks am Oberurseler Bahnhof gefährdet nach Ansicht der OBG die Anbindung der Nassauer Straße an die Weingärtenumfahrung.  Fraktionsvorsitzender Georg Braun beklagte am Dienstag, dass die Anbindung den Anwohnern rund um die Oberhöchstadter Straße als Entlastung seit Jahren versprochen werde. Über die Vorstellung von diversen unterschiedlichsten Plänen sei das Großprojekt bisher jedoch nicht hinausgekommen. Die CDU/SPD-Koalition habe nach Abschluss ihres Koalitionsvertrages von einem „Leitprojekt“ gesprochen, aber es  kristallisiert sich immer mehr als „Leidprojekt“ heraus.

Braun warnt davor, das Grundstück am Gleisdreieck zu veräußern und zu bebauen, bevor die Anbindung der Weingärtenumfahrung realisiert ist. Der Lärmschutz stelle bei dem Vorhaben eine zentrale Herausforderung dar. Wenn es Investoren ermöglich wird, eine vorzeitige Bebauung des Areals vorzunehmen, müsse zweifelsfrei sicher gestellt sein, dass zukünftigen Anwohnern kein Anlass für Klagen gegen die notwendigen Verkehrslösungen geboten werde.

Wie so häufig, so Braun, stecke aber auch hier der Teufel im Detail. Mit einem parallel verlaufenden Planungsverfahren für die Bebauung des Gleisdreiecks und die Anbindung der Nassauer Straße an die Weingärtenumgehung sind nach Ansicht der OBG Unwägbarkeiten verbunden, die sich auch durch vertragliche Gestaltung nicht beseitigen ließen. „Was passiert, wenn sich Rahmenbedingungen wie so häufig verändern oder wenn bei der Umsetzung des Vorhabens Fehler passieren oder sich Investoren nicht an vertragliche Abmachungen halten?“, fragt Braun.

Die OBG plädiere dafür, so Fraktionsvorsitzender Braun, zunächst eine rasche Umsetzung der Anbindung der Nassauer Straße an die Weingärtenumfahrung vorzunehmen und damit Rechtssicherheit wenigstens für dieses Vorhaben zu erreichen. Dies biete dann auch ausreichenden zeitlichen Spielraum, die Vielzahl noch nicht abschließend geklärter Maßnahmen wie zum Beispiel den sinnvollen Verlauf des Radschnellweges oder die Zuwegung  für die Erschließung des Gleisdreieck-Areals in Ruhe in den zuständigen Gremien zu beschließen. Erst auf gesicherte Basis mache es Sinn, die Bebauung auf dem Gleisdreieck voranzutreiben. Es sei sträflich, Vorhaben überhastet umzusetzen, nur um den teuren Verwaltungsapparat der stadteigenen Stadtentwicklungsgesellschaft (SEWO) zu rechtfertigen und die politische Zielstellung des Baus von  tausend neuen Wohnungen zu erfüllen. Braun: „Die eigentlichen Probleme aus den Umsetzungsfehlern durch  die maßgeblichen Entscheidungsträger, Bürgermeister Brum (SPD) und Kämmerer Thorsten Schorr (CDU),  werden erst dann auf die Stadt zukommen, wenn Brum schon im Ruhestand ist und Schorr längst in der Kreisverwaltung verschwunden ist und dann nur noch schwerlich zur Verantwortung gezogen werden können.“

Foto: OBG-Mitglieder bei einer Ortsbesichtigung am Gleisdreieck

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