Schrecken ohne Ende – Das Hallenbad

Rebebeitrag zur Dachsanierung Hallenbad
Stadtverordnetenversammlung 23.8.2018, OBG-Fraktion, Andreas Bernhardt

Herr Stadtverordnetenvorsteher,
meine Damen und Herren,

Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende. Zweites trifft auf unser neues Hallenbad zu. Mit rund drei Millionen Euro schlagen die Sanierungen des neuen Hallenbades mittlerweile zu Buche. Wir hoffen, auf keinerlei Kosten sitzen zu bleiben. Hoffnungen sind ja grundsätzlich erst ein Mal etwas Positives. Wir fürchten allerdings, dass wir zumindest auf einem Teil der anfallenden Kosten sitzen bleiben werden. Vom Imageschaden und den ausfallenden Badezeiten mal ganz abgesehen. Der branchenübliche Umgang mit Bauschäden sind Vergleiche und da gibt es dann nicht nur einen Gewinner oder einen Verlierer. Letztendlich können wir in unseren Haushalt zwar schreiben, dass die Gesamtsumme durch den Verursacher wieder eingehen wird, aber es wäre ein verschließen der Augen vor der Realität. Schlussendlich wird doch ein Teil aus der Tasche der Steuerzahler zu begleichen sein.

Ursprünglich wollten wir ein Bad mit Sauna und die Sanierung des Freibades für rund 10,5 Millionen Euro haben. So jedenfalls die Ausschreibung des Architekten- und Realisierungswettbewerbes  von 2007, den ein Architektenbüro gewann, das aber offenkundig zu wenig Erfahrung mit solchen Bädern hatte. Inzwischen ist von der Freibadsanierung nicht mehr die Rede, weil wir sie nicht bezahlen können. Bei welcher Summe wir am Ende für das Hallenbad liegen werden, scheint keiner so genau zu wissen. Jedenfalls liegen wir weit über den ursprünglich veranschlagten 10,5 Millionen Euro und dies ohne Sauna und Freibad. Für die OBG waren die Warnlampen schon vor der Bauentscheidung dieses Bades angegangen. Sie werden sich sicherlich erinnern. Der Sieger des Wettbewerbs hatte sich maßgeblich in der Kubatur verrechnet. Diese bedeutete schon vor der Beauftragung des Baus Mehrkosten in Millionenhöhe. Jetzt ist klar, nicht nur die Berechnung der Kubatur war eine Fehlleistung.

Die OBG hatte eindringlich vor dem Bauen ohne Generalunternehmer gewarnt. Wie wir nun alle ja wissen, war es ein Fehler ohne Generalunternehmer zu bauen. Wir hätten uns doch einiges ersparen können. Der zuständige Dezernent war sich seinerzeit sicher, der Bau- und Service Oberursel (BSO) könnte das größte Bauprojekt der Stadt kompetent und sachgerecht begleiten.  Auch vor den Folgekosten hat im September 2012 die OBG gewarnt. Wie bekannt, hatte die OBG gegen den Bau dieses Hallenbades gestimmt und einen möglichen Bruch der damaligen Koalition aus SPD, Grünen und der OBG in Kauf genommen.

Unser Vertrauen bezüglich dieses Hallenbades ist erschüttert. Wir erwarten vom Magistrat, dass er vor die Gewährleistung ablaufen wird, noch weitere Untersuchungen auf Schäden anstellen wird. Wer sollte ausschließen können, dass es noch weitere schlummernde Bauschäden gibt?

Viel lieber würden wir uns damit beschäftigen, wie und wann wir uns Freibad sanieren können. Dieses Thema scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Durch die alten und undichten Becken und den damit verbundenen Wasserverbrauch dürfte das Thema jetzt wieder aktueller  werden. Trinkwasserknappheit und das unnötige verschleudern von Trinkwasser beschäftigt uns heute ja bereits an anderer Stelle. Und hier reden wir sicher nicht über ein paar Badewannen voll Wasser, die unnötig verbraucht werden sondern über erhebliche Wassermengen.

Auch wenn ein Schrecken ohne Ende in Sachen Hallenbad vorliegt, wird die OBG der Beschlussvorlage mehrheitlich zustimmen, weil es heute keine andere vernünftige Alternative gibt. Schließung oder Abriss würden noch höhere Kosten zur Folge haben und wären noch weniger sinnvoll.

Wir geben zu Protokoll: Der Magistrat wird gebeten unverzüglich die Stadtverordneten zu unterrichten, wenn es Erkenntnisse hierüber gibt, dass der Verursacher der Bauschäden nicht alle Kosten und hieraus resultierenden Folgekosten in Gänze übernehmen wird.

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