OBG: Sauna bringt weitere Haushaltsrisiken

Oberursel (31. März 2013).- Die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) glaubt nicht daran, dass eine Sauna im neuen Oberurseler Hallenbad mehr Einnahmen bringt als sie kostet. Seit Sommer 2011 sei klar, dass eine Sauna sich wirtschaftlich nicht lohne, meint der Fraktionsvorsitzende der OBG im Oberurseler Stadtparlament, Georg Braun. Laut Expertenurteil bringe eine Sauna nur so genannte Deckungsbeiträge zu den laufenden Betriebskosten. Wenn jedoch die Baukosten eingerechnet würden, sei nicht mit einem Gewinn zu rechnen. „Was würden höhere Einnahmen nutzen, wenn daraus die Kosten für die Investition und die Abschreibung nicht gedeckt werden könnten?“ fragt Braun in einer am Osterwochenende verbreiteten Pressemitteilung.

Gespräche mit Passanten am Informationsstand der OBG am Samstag in der Vorstadt haben laut Braun gezeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürgern durch Halbwahrheiten der Saunabefürworter verwirrt seien. Wenn sich das von Bürgermeister Brum erhoffte Profit-Center Sauna nicht rentiert, wovon die OBG ausgehe, müssten die Steuerzahler weitere Verluste des Bades ausgleichen, warnt Braun. Auf Fragen der OBG habe Brum bei der letzten Stadtverordnetenversammlung einräumen müssen, dass immer noch kein Betreiberkonzept für das bereits im Bau befindliche Hallenbad vorliegt und auch noch offen sei, wer überhaupt Betreiber sein werde.

Der finanzpolitische Sprecher der OBG, Andreas Bernhardt, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Haushalt der Stadt für das laufende Jahr von der Kommunalaufsicht immer noch nicht genehmigt ist. Wenn die Stadt nicht in einer gravierenden Finanzklemme steckte, hätten eilige Projekte wie die Ampelanlage in der Frankfurter Landstraße am neuen Edeka-Markt längst angegangen werden können. Täglich stünden dort viele Bürgerinnen und Bürger im Verkehrsstau, weil die Stadt die neue Ampel ohne Genehmigung des Haushaltes 2013 nicht einmal bestellen; geschweige denn installieren dürfe. Bernhardt weiter: „Den Politkern in südlichen Ländern Europas werfen wir nur zu gerne vor, sie könnten nicht richtig wirtschaften und gefährdeten unsere Währung. Die Pro-Kopf-Staatsverschuldung in Deutschland ist höher als die auf Zypern. Wer darf da mit Fingern auf andere zeigen, wenn wir bis in unsere eigenen Kommunen hinein weiterhin nicht vorhandenes Geld verprassen?“

Aus Sicht der OBG wären die neuen Besucher der Oberurseler Sauna vor allem Wechsler aus anderen Saunen der Nachbarstädte. Durch Oberurseler Kirchturmdenken würde man dann andere kommunal betriebene Saunen in wirtschaftliche Nöte bringen. Unter interkommunaler Zusammenarbeit verstehe die OBG auch, die Belange der Nachbarkommunen zu berücksichtigen. Schaue man ein paar Jahre weiter, werde irgendwo in der näheren Umgebung mit Sicherheit eine Saunaanlage modernisiert oder neu gebaut, und dann würden die Wander-Saunisten der Oberurseler Sauna wieder den Rücken kehren. Aufmerksam habe man in den letzten Tagen die Radiowerbung des Bad Homburger Seedammbades verfolgt, in der ausdrücklich auch die Sauna beworben worden sei, so Bernhardt.

Bernhardt fordert, nicht noch zusätzliche zwei Millionen Euro in das Hallenbad für die Sauna zu investieren. Die Stadt dürfe sich mit Großprojekten nicht übernehmen. Nach Fertigstellung des Hallenbades sollte ernsthaft die Renovierung des Freibades angegangen werden. Die OBG warnt davor, die hohen einmaligen Erträge aus dem Verkauf von Tafelsilbergrundstücken zu verschleudern und hohe Folgekosten zu produzieren, die dann über Jahrzehnte aus den laufenden Haushalten bedient werden müssten.

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